Patientenfragen
Hier wollen wir versuchen, Fragen von Betroffenen zu beantworten. Wir beginnen zunächst mit einigen Fragen die sich im Rahmen eines Treffens mit der Selbsthilfegruppe ÖMCCV ergeben haben, diese Seite wird laufend erweitert werden. Patienten haben die Möglichkeit ihre Fragen an crohn-colitis@salk.at zu richten. Diese Fragen werden selbstverständlich absolut anonym behandelt und werden auch nur anonymisiert auf der Website veröffentlicht.
Was tun bei den ersten Anzeichen des Schubes?
Zunächst ist es wichtig zu überlegen, ob es sich tatsächlich um einen Schub der chronisch entzündlichen Darmerkrankung handelt. Wenn die ganze Familie an einem Brechdurchfall leidet, ist es wahrscheinlicher, dass es sich um eine Darminfektion handelt. Auch wenn gerade eine Antibiotikabehandlung z.B. wegen einer Angina durchgeführt worden ist kann es zu Durchfällen kommen, die nichts mit der CED zu tun haben. Ziel der ärztlichen Betreuung muss daher auch sein, dass der Patient / die Patientin selbst ein Gefühl dafür bekommt, ob es sich um einen Schub handelt oder um eine infektiöse Duchfallerkrankung. Ein Schub beginnt meist langsamer und nicht schlagartig, eine infektiöse Durchfallerkankung bessert sich auch oft bereits wieder nach wenigen Tagen. Vor einer eventuellen Kortisonbehandlung ist daher eine Stuhluntersuchung wichtig.
- Eisenmangel woher, wie aufbauen?
Der Eisenmangel entsteht einerseits durch die chronische Entzündung und anderseits auch durch einen chronischen Blutverlust. Eisen ist u.a. für die Bildung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) erforderlich sodass bei einem stärkeren Eisenmangel schließlich eine Blutarmut resultiert. Eisen sollte primär in Tablettenform zugeführt werden, in besonders schweren Fällen kann der Arzt auch eine Eisengabe über die Vene empfehlen.
- Warum mehr Erkrankte im Süden als im Norden?
Dies hängt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Ernährung zusammen. In epidemiologischen Studien der letzten Zeit hat dieses Nord-Süd-Gefälle aber etwas abgenommen was vermutlich mit der Angleichung der Ernährungsgewohnheiten zusammenhängt.
- Antikörpertherapie
Wohl die modernsten Waffen im therapeutischen Arsenal. Diese können bei bestimmten Patienten eingesetzt werden und sind nicht bei allen Patienten wirksam, dann aber sehr effektiv. Ein Nachteil sind die sehr hohen Kosten einer solchen Behandlung. Derzeit ist Remicade® der einzige zur Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zugelassene Antikörper, Humira® ist ein weiterer Antikörper, der zur Behandlung des Morbus Crohn zugelassen ist. Ein weiterer Antikörper steht vor der Zulassung zur Behandlung bei Morbus Crohn. Die Medikamente unterscheiden sich für den Patienten vor allem in der Art und der Häufigkeit ihrer Verabreichung. Ihr Einsatz sollte nur von entsprechend erfahrenen Fachärzten empfohlen werden, vor Therapiebeginn sind eine Reihe von Voruntersuchungen verpflichtend, um den maximalen behandlungserfolg zu erzielen und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren. Bitte sprechen Sie uns übere weitere Details.
- Rauchen und Morbus Crohn
In einer Analyse von November 2006, in der 22 Studien zum Thema Rauchen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen zusammengefasst worden sind sowie in zahllosen weiteren Studien der letzten Jahre hat sich bestätigt, dass Rauchen einen ganz wichtigen Risikofaktor für Morbus Crohn darstellt während aktive Raucher ein geringeres Risiko hatten, eine Colitis ulcerosa zu entwickeln. Dies bedeutet allerdings nicht dass Colitis Patienten nicht trotzdem das Rauchen aufgeben sollten da die bekannten negativen Auswirkungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall diesen positiven Effekt des Nikotins auf die Colitis ulcerosa bei weitem überwiegen. Vor allem nach Operationen kommt es bei Rauchern wesentlich früher zu einem Wiederauftreten der Crohn-Erkrankung und auch Biologika wirken bei Rauchern schlechter als bei Nichtrauchern. Die Raucherentwöhnung stellt daher einen ganz wesentlicher Bestandteil jeder Crohn-Therapie dar und sollte unbedingt angestrebt werden. Zahlreiche Hilfe zum Nikotinverzicht stehen zur Verfügung.
- Osteoporose
Durch die Darmerkrankung selbst besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Osteoporose, dieses wird v.a. durch länger dauernde Kortisonbehandlungen stark verstärkt. Es ist daher wichtig, darauf zu achten und neben Allgemeinmaßnahmen wie ausreichender Bewegung und Kalzium-Zufuhr (Milch, Milchprodukte) ggf. auch eine medikamentöse Behandlung zu beginnen. Dies ist in besonderem Maße für Betroffene wichtig, die in Folge des Morbus Crohn an einer sekundären Laktosemalabsorption (Milchzuckerunverträglichkeit) leiden. Darüber hinaus ist oft ein gleichzeitige Vitamin D-Ersatz erforderlich. Während einer Kortisonbehandlung sollte parallel eine Therapie mit Calcium und Vitamin D erfolgen.
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